Fachkräftemangel hausgemacht – 5 Fehler, die dem Mittelstand teuer zu stehen kommen!

Fragt man den Handwerker oder das Serviceunternehmer nach Ihren Nöten kommt es wie aus der Pistole geschossen: „Ich könnte noch 10 Aufträge pro Monat abarbeiten, hätte ich doch nur genug Personal. Aber ich bekomme ja keinen, der Markt ist leer!“ 

More...

Die Lage am Arbeitsmarkt ist angespannt, in Deutschland herrscht Vollbeschäftigung. Immer mehr Kunden sind verärgert, da Sie tagelang auf ein Angebot oder den Servicetechniker warten müssen. Der Handwerker wiederum sieht vor lauter Bäume keinen Wald mehr. Bis 2030 fehlen drei Millionen Fachkräfte! Die Prognos AG hat für das Jahr 2030 eine Fachkräftelücke von etwa 3 Millionen, für 2040 von rund 3,3 Millionen, errechnet. Das sind Horrorzahlen, bezogen auf die aktuell gute Auftragslage in Deutschland.

Doch schaut man einmal genau hin, erkennt man sehr schnell, warum es immer schwieriger wird, offene Stellen mit Fach- und Führungskräften zu besetzen. Die Hauptursache liegt bei den meisten Betrieben häufig in der Vergangenheit. Viel zu wenig wurde in die vorrausgegangenen Jahre etwas für die zukünftige Personalrekrutierung getan. Doch Fehler sind bekanntlich dazu da, daraus für die Zukunft zu lernen.
Vermeiden Sie zukünftig folgende 5 Fehler.

Fehler Nr. 1: veraltetes Denken- Rollentausch ist angesagt

Viele habe es noch nicht mitbekommen. Die Rollen sind in der heutigen Zeit leicht vertausch. Im war for talents müssen Sie umdenken. Nicht mehr der zukünftige Mitarbeiter bewirbt sich beim Unternehmen, sondern Sie bewerben sich bei dem zukünftigen Mitarbeiter. Im Kampf um die besten Talente gewinnt der mit der höchsten Attraktivität. 

Was bedeutet das nun für Sie und Ihr Unternehmen. Es ist wichtig sich mit folgende Fragen auseinander zu setzten und entsprechende Hausarbeiten  auszuarbeiten:

  • Was unterscheide Sie von Ihrem Mitbewerber?
  • Warum sollte sich jemand bei Ihnen bewerben?
  • Wie spricht der Kunde von Ihnen?
  • Für welche Werte stehen Sie?
  • Welche Ziele wollen Sie mit dem Unternehmen in drei bis fünf Jahren erreichen?
  • Wie sieht Ihre Digitalstrategie aus?

Fehler Nr. 2: Sie sind langweilig! Warum machen Sie keine Werbung für sich als Arbeitgeber, vor allem Werbung an den Stellen wo zukünftige Mitarbeiter Sie finden.

Vorbei sind die Zeiten einer Stellenanzeige am Samstag in der örtlichen Zeitung, es sei denn Ihre Zielgruppe ist Ü60. Im Zeitalter von Smartphone und Tablet bewegt sich die neue Generation auf anderen Kanälen als der Heimatzeitung oder dem örtlichen Wochenblatt. Facebook, Linkedin, Xing und vieles mehr sind angesagt. Findet man Sie dort und wenn ja fallen Sie auf! Haben Sie eine eigene Webseite und was kann man dort über Ihr Unternehmen erfahren? Wie überzeugend ist Ihre Webseite, kann man erkennen, wofür Ihr Unternehmen steht?. Wie sieht es mit folgendem Material auf Ihrem Internetauftritt aus?

Fotos: Ein Bild vom gesamten Team, Bildern von Mitarbeiter mit einer kurzen Aufgabenbeschreibung, vielleicht persönlichen Informationen z.B. zu Hobby oder Vorlieben und einem Statement zum Team-Gefühl gewährt dem Bewerber einen kleinen Einblick darüber, was Ihn beim seinem neuen Arbeitgeber erwartet und wer die neuen Arbeitskollegen sein könnten.

Video: Die Welt wandelt sich, wie wäre es mit einem Teamvideo. Es bietet Ihnen die ideale Möglichkeit, sich Interessenten auf eine andere Weise vorzustellen und zur Bewerbung in Ihrem Unternehmen zu animieren.

Informationen und Inhalte über den Arbeitsalltag, eventuell gemeinsamen Freizeitaktivitäten. Zeigen Sie Fotos oder Videos von Ihren Arbeiten, Rückmeldungen begeisterte Kunden, Zeitungsberichte von aktuellen Firmenveranstaltungen z.B. einer Teilnahme bei einem Firmenlauf, einem Fussballturnier, Wandertag usw.

Facebook: Wie sieht Ihre Facebook-Seite aus und was wird dort regelmäßig berichtet, was steht in den Profilen von Xing oder Linkedin, sind die aktuell?

All das hilft dem potenziellen Bewerber sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, ob das der richtige neue Arbeitgeber für Ihn ist.

Fehler Nr. 3: Das eigene Netzwerk aktivieren und Talente entdecken

Der Volksmund sagt "Gute Leute kennen gute Leute". Wie sieht es also in Ihrem Netzwerk aus. Das beginnt mit dem eigenen Mitarbeiter deren Familienangehörige und Freundeskreis. Nehmen Sie sich mindestens einmal pro Woche 30 bis 60 min Zeit, um sich zu überlegen: "Wen habe ich diese Woche kennen gelernt? Mit wem habe ich gesprochen, der vielleicht gut in unser Team passen könnte? Weiter Möglichkeiten:

  • Haben Sie ein Karteisystem von ehemaligen Mitarbeiter, die Sie ansprechen könnten?
  • In welchem Netzwerk finde ich Multiplikatoren, hier ist z.B. für Handwerker der BNI sehr nutzvoll (weitere Infos zu Business Network International)
  • Welcher Kontakt zu anderen Netzwerke wären für Sie interessant (z.B. Steuerberater, Anwälte, Vereine, Fitness-Center)
  • wo treffen Ihre Mitarbeiter auf interessante Mensch, die in Ihr team passen

Fehler Nr. 4: Frühzeitig neue Talente suchen und aufbauen

UnternehmerRebell

Aus einer aktuellen Studie geht hervor, 52 Prozent aller Betriebe in Bayern bilden nicht mehr aus, Grund eins Keine Zeit, danach folgt Zu teuer. Viel Handwerksbetriebe, die heute über Facharbeitermangel klagen haben über Jahre hinweg nicht mehr ausgebildet. Dazu kommt der Drang der heutigen Eltern, dass jedes Kind ein Abitur haben muss, das verbessert die Lage kaum.

Doch was kann man tun. Wieder einmal lassen wir den Volksmund sprechen, der sagt: "Tue Gutes und rede darüber". Kümmern Sie sich früh genug um den Nachwuchs, bevor es zu spät ist. 

  • Gehen Sie in Schulen in ihrem Einzugsgebiet, halten Sie Vorträge, erzählen Sie dort wie Ihr Arbeitsplatz, Ihr Arbeitsalltag aussieht, zeigen Sie Werkstücke, Bilder von Gewerken welche Sie errichtet haben. 
  • Werden Sie aktiv in Berufsschulen und sichern sich so zukünftige Mitarbeiter.
  • Es gibt Fälle in denen Handwerksmeister kostenfreien Nachhilfeunterricht in Schulen geben.
  • Lassen Sie sofern Sie noch Auszubildende haben, diese auf örtlichen Messen und Veranstaltungen Ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. 

Fehler Nr. 5: Ausscheidenden Mitarbeiter frühzeitig ersetzten

Unternehmerrebell

Ab 2020 gehen massenhaft die Babyboomer (geburtenstarke Nachkriegsjahrgänge, 1956 bis 1964 geborene) in Rente. Das bedeute schon Heute sich darauf einstellen und für entsprechenden Ersatz sorgen, bevor diese Pipelines austrocknen und weitere Engpässen auftauchen. Dabei kommt das fehlende Wissen, also auch hier daran denken einen geeigneter Wissenstransfer im Unternehmen ankurbeln.

Zusammenfassung

  • Fehler Nr. 1: Veraltetes Denken- Rollentausch
    Der Kampf um die Talente hat begonnen. Sie wissen was die Schritte der Gewinner sind
  • Fehler Nr. 2: Sie sind langweilig!
    Zukünftig machen Sie  Werbung für sich als Arbeitgeber, vor allem Werbung an den Stellen wo zukünftige Mitarbeiter Sie finden.
  • Fehler Nr. 3: Das eigene Netzwerk aktivieren und Talente entdecken
    Sie sorgen mit einem gut ausgebauten Netzwerk dafür, dass Sie Ihre Talente finden, bevor der Mitbewerber schneller ist
  • Fehler Nr. 4: Frühzeitig neue Talente suchen und aufbauen
    "Tue Gutes und rede darüber" . Ausbildung zu teuer oder keine zeit sind Worte Ihrer Mitbewerber. Sie wissen was di nächsten schritte sind.
  • Fehler Nr. 5: Ausscheidenden Mitarbeiter frühzeitig ersetzten
    Sie wissen schon heute, welcher Ihrer Mitarbeiter, wann in Rente geht und sorgen durch entsprechende Maßnahmen für einen frühzeitigen Wissenstransfer und geeigneter Nachfolge

Helmut Eberz

Meine Mission ist es, Inhaber von Handwerksbetrieben zu helfen, "Auftragsbücher und Zeit für die wichtigen Dinge im Leben" so zu verbinden, dass das Unternehmen gesund wächst. Zu diesem Thema bin ich nicht nur Botschafter, sondern als UnternehmerRebell unterwegs. Ich kann einfach nicht anders: Mein Herz schlägt schon immer für den Mittelstand, denn er ist die Stütze der deutschen Wirtschaft!

Click Here to Leave a Comment Below

Leave a Comment: